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Saure Kost in der Zuckerstadt

Idyl­le am Lan­gen Kamp. Hier von der Hel­ming­shei­de aus gese­hen. Soll für finan­zi­el­le Inter­es­sen und den Wind­wahn geop­fert werden.

Es gibt Tage, da birgt selbst im ver­schla­fe­nen Lip­pe die nor­ma­ler­wei­se ent­spann­te Sich­tung der Mor­gen­la­ge eine Über­ra­schung. So auch heute.

»Zwei­ter Anlauf für Wind­rä­der in Ohr­sen – Wider­stand baut sich auf«

Das war die Zei­le in einem Lokal­blatt. Und ich bin fast vom Stuhl gefal­len. Hat­te der Pivit neu­lich erst die wei­se Ent­schei­dung gelobt, auf die­ses durch­ge­knall­te Pro­jekt zu ver­zich­ten, stellt sich her­aus: Das war vor­ei­lig. Die­se öko­lo­gie­feind­li­chen Spal­ter geben doch nicht auf und machen ein­fach wei­ter. Unbe­lehr­bar, ver­na­gelt, geld­geil, grö­ßen­wahn­sin­nig. Ohr­sen als Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt kol­lek­ti­ver Unver­nunft.[1]Neben­bei: Ein­fach mal nach Havix­beck schau­en. Noch ganz frisch.

Dem aktu­el­len Text des Kol­le­gen Hajo Gärt­ner (frü­her LZ) ist wenig hin­zu­zu­fü­gen. Ande­rer­seits kön­nen einem Sät­ze wie die­ser im Juli erschie­ne­ne leicht auf die Füße fallen.

»… mit dem über­ra­schen­den ver­nünf­ti­gen Rück­zug hat die BELA wie­der Boden gut gemacht. Sie hat gezeigt, dass der Frie­den im Dorf und ein gutes nach­bar­schaft­li­ches Ver­hält­nis mehr wiegt als ein sicher­lich gut gemein­tes Zukunftsprojekt.«

Das war lei­der ein Trugschluss.

Dort sol­len die zwei Eif­fel­tür­me (330 Meter hoch) hin – mit­ten in die Landschaft.

So ver­hal­ten sich sonst eigent­lich nur Sek­ten­mit­glie­der. Rück­sichts­lo­ser mis­sio­na­ri­scher Eifer. Was­ser auf die Müh­len von Extre­mis­ten jeder Cou­leur.[2]Apro­pos: Wur­de nicht gera­de eine AfD-Frau zur stv. Bür­ger­meis­te­rin in Bad Sal­zu­flen gewählt? Mit mehr Stim­men als ihr eige­ner Ver­ein im Rat hat? So was kommt von so was. Das Ergeb­nis der Kom­mu­nal­wahl war ihnen und ihren wil­li­gen Hand­lan­gern in der über­grif­fi­gen Par­tei- und Kom­mu­nal­po­li­tik in der Zucker­stadt und dar­über hin­aus offen­sicht­lich kei­ne War­nung.[3]Aber da geht es sowie­so drun­ter und drü­ber. Lage macht da kei­ne Aus­nah­me. Fürs Pro­to­koll: Gleich nach der Wahl mit dem gera­de auf dem Ticket einer ande­ren Par­tei (CDU) gewon­ne­nen Man­dat zu den bei … Wei­ter­le­sen … Wirk­li­che Demo­kra­tie, so zeigt es sich in Lip­pe immer wie­der, ist für das Wind­kraft-Kar­tell nur ein Hin­der­nis, das es zu über­win­den gilt. Mit allen Mit­teln. Quod erat demonstran­dum.[4]Was wie­der ein­mal zu bewei­sen war.

Na dann – auf in den Kampf. Sprung auf, marsch marsch![5]Kei­ne Sor­ge. Heu­te darf/muss man wie­der so reden. Ist nach jah­re­lan­ger Vor­ar­beit vor allem auch der Gry­nen wie­der gesell­schafts­fä­hig.

Bei die­ser Gele­gen­heit bin ich heu­te auch noch auf ein sehr inter­es­san­tes regio­na­les Medi­en­an­ge­bot gesto­ßen, von dem ich bis­her nichts wuss­te. Wahr­schein­lich, weil ich Insta­gram und alles ande­re, wo »Meta« drauf­steht, mei­de wie der Teu­fel das Weihwasser.

So oder so emp­feh­le ich, bei lem­go radio (Eigen­schreib­wei­se) mit­zu­hö­ren bzw. mit­zu­le­sen. Es lohnt sich. Hier ist die Sei­te sofort in mei­ne News-Tabs gelan­det. Auch aus ande­ren Grün­den ist das inklu­si­ve Pro­jekt mit sei­nen ins­ge­samt sechs Sen­dern unbe­dingt zu unterstützen.

Faktencheck (für diesen und andere Fälle)

Was Gemein­de­rä­te und Bür­ger­meis­ter wirk­lich zu Wind­kraft-Vor­rang­ge­bie­ten wis­sen soll­ten.
Über die Aus­wei­sung von Vor­rang­ge­bie­ten in Regio­nal­plä­nen kur­sie­ren vie­le fal­sche Behaup­tun­gen. Zwei beson­ders häu­fi­ge Irr­tü­mer:

❌ Behaup­tung 1:
„Wir waren gezwun­gen, Flä­chen für Wind­kraft­vor­rang­ge­bie­te in unse­rer Gemein­de zu mel­den.“
✅ Rich­tig ist:
Kei­ne Gemein­de oder Stadt muss Flä­chen für Wind­kraft bereit­stel­len oder mel­den.
Ver­pflich­tet ist nur der regio­na­le Pla­nungs­ver­band, der bestimm­te Flä­chen­bei­trags­wer­te erfül­len muss. Die­se Wer­te sind je nach Bun­des­land unter­schied­lich und im Inter­net nach­les­bar.

❌ Behaup­tung 2:
„Wenn wir kei­ne Flä­chen mel­den, kön­nen über­all in der Gemein­de Wind­rä­der gebaut wer­den.“
✅ Rich­tig ist:
Sobald der regio­na­le Pla­nungs­ver­band sei­nen ers­ten Min­dest­flä­chen­bei­trags­wert erfüllt hat (in Bay­ern sind das 1,1 %) und der Regio­nal­plan rechts­kräf­tig ist, ent­fällt die Pri­vi­le­gie­rung für Wind­kraft­an­la­gen außer­halb die­ser Vor­rang­flä­chen.
Damit ver­liert das „über­ra­gen­de öffent­li­che Inter­es­se“ sei­ne Gül­tig­keit, und der Bau von Wind­kraft­an­la­gen außer­halb der Vor­rang­ge­bie­te wird nahe­zu unmög­lich – auch in Gemein­den, in denen kei­ne Flä­chen gemel­det wur­den.

💡 Fazit:
Gemein­den und Städ­te haben also mehr Ein­fluss auf den Aus­bau der Wind­kraft als oft behaup­tet. Fak­ten schaf­fen Klar­heit – nicht Behauptungen.

Mehr dazu:
- Ver­ein für Land­schafts­pfle­ge, Arten­schutz und Bio­di­ver­si­tät (LVAB)
- Das Umwelt-Watch­blog


Das könn­te kom­men­de Woche eine inter­es­san­te Ver­samm­lung werden …

Mon­tag, 10. Novem­ber 2025, 18 Uhr,
Johan­nes-Kir­che Kach­ten­hau­sen, Ehlen­bruch­er Stra­ße 10

The­ma: Wind­ener­gie­an­la­gen am Lan­gen Kamp in Ohrsen?

Anmer­kun­gen

Anmer­kun­gen
1 Neben­bei: Ein­fach mal nach Havix­beck schau­en. Noch ganz frisch.
2 Apro­pos: Wur­de nicht gera­de eine AfD-Frau zur stv. Bür­ger­meis­te­rin in Bad Sal­zu­flen gewählt? Mit mehr Stim­men als ihr eige­ner Ver­ein im Rat hat? So was kommt von so was.
3 Aber da geht es sowie­so drun­ter und drü­ber. Lage macht da kei­ne Aus­nah­me. Fürs Pro­to­koll: Gleich nach der Wahl mit dem gera­de auf dem Ticket einer ande­ren Par­tei (CDU) gewon­ne­nen Man­dat zu den bei der Wahl hal­bier­ten Gry­nen umzie­hen? Wow! Für so was muss man schon ethisch-mora­lisch maxi­mal fle­xi­bel sein. Man­che wür­den das Wahl­be­trug nen­nen. Der Pivit übri­gens auch. Wenn ein Fah­nen­flüch­ti­ger – wie hier – »mein Man­dat« sagt, hat er etwas Grund­le­gen­des nicht ver­stan­den. Das Man­dat ist nur gelie­hen. »Man­da­re« (Latei­nisch) bedeu­tet »anver­trau­en«. Das mit dem Ver­trau­en soll­te man bes­ser ernst neh­men. Ganz egal, um wel­che Partei(en) es geht.
4 Was wie­der ein­mal zu bewei­sen war.
5 Kei­ne Sor­ge. Heu­te darf/muss man wie­der so reden. Ist nach jah­re­lan­ger Vor­ar­beit vor allem auch der Gry­nen wie­der gesellschaftsfähig.

2 Kommentare

  1. Günter Till Günter Till 7. November 2025

    Wie bei der Hydra: ver­hin­de­re eine WKA im Wald, wach­sen zwei neue im frei­en Feld, dafür dop­pelt so hoch. Geld hat schon immer den Cha­rak­ter ver­dor­ben, hier wirkt der Staat sogar mit und för­dert den Unsinn.

    • MiKa MiKa Autor des Beitrages | 8. November 2025

      So siehts aus. Man kann sogar sagen … und för­dert den Unsinn wider bes­se­res Wissen.

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