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Verdacht: Die Geflügelpest ist in Lippe angekommen

Eine Wild­gans in Oer­ling­hau­sen ist ver­mut­lich an der Geflü­gel­pest gestor­ben. Den Erre­ger habe das Che­mi­sche- und Vete­ri­när­un­ter­su­chungs­amt (CVUA) in Det­mold in einer Unter­su­chung nach­ge­wie­sen. Das hat der Kreis Lip­pe heu­te mitgeteilt.

Die abschlie­ßen­de Bestä­ti­gung durch das Fried­rich-Löff­ler-Insti­tut ste­he noch aus und erfol­ge in den kom­men­den Tagen. Bis dahin han­delt es sich bei der gefun­de­nen Wild­gans um einen Verdachtsfall.

Transmission electron micrograph of influenza A virus, late passage.

CDC/Dr. Erskine Palmer, 1981
Aviä­res Influ­en­za­vi­rus (HPAIV), elek­tro­nen­mi­kro­sko­pi­sche Auf­nah­me (Quel­le: Wikipedia)

Zuletzt waren immer wie­der ver­en­de­te Wild­vö­gel gefun­den wor­den, die das CVUA jeweils unter­sucht hat­te. Die Wild­gans aus Oer­ling­hau­sen ist dem Kreis zufol­ge der ers­te Ver­dachts­fall von Geflü­gel­pest im Wild­vo­gel­be­stand in Lip­pe mit posi­ti­vem Befund.

Da es sich bis­her um den mut­maß­lich ers­ten Fall der Geflü­gel­pest in Lip­pe han­delt, spricht der Kreis Lip­pe zunächst kei­ne Stall­pflicht aus. »Das Risi­ko, dass sich wei­te­re Tie­re infi­zie­ren ist jedoch hoch. Geflü­gel­hal­tun­gen kön­nen jeder­zeit davon betrof­fen sein, wenn die Tie­re Kon­takt zu Wild­vö­geln haben«, hieß es.

Die Geflü­gel­pest ist eine Tier­seu­che, die bei gehal­te­nen Geflü­gel und bei Wild­vö­geln zu schwe­ren Krank­heits­ver­läu­fen mit mas­sen­haf­tem Ver­en­den der Tie­re füh­ren kann. Als Haupt­über­trä­ger von Viren der Aviä­ren Influ­en­za gel­ten ins­be­son­de­re Was­ser­vö­gel, die den Erre­ger wäh­rend des Vogel­zugs über wei­te Stre­cken ver­brei­ten können.

Aus die­sem Grund emp­fiehlt das Vete­ri­när­amt allen Geflü­gel­hal­tern, die Tie­re in Stäl­len zu hal­ten, um sie zu schüt­zen. Alle Geflü­gel­hal­ter, auch Kleinst­hal­tun­gen, soll­ten dem­nach unbe­dingt die not­wen­di­gen Bio­si­cher­heits­maß­nah­men prü­fen und ein­hal­ten, um einen Aus­bruch im Bestand zu verhindern.

Zu den Maß­nah­men gehö­ren, dass Hal­ter den direk­ten und indi­rek­ten Kon­takt zwi­schen Haus­ge­flü­gel und Wild­vö­geln ver­hin­dern. Ins­be­son­de­re gilt: Haus- und Nutz­ge­flü­gel darf nur an Stel­len gefüt­tert wer­den, die für Wild­vö­gel nicht zugäng­lich sind. Die Tie­re dür­fen nicht mit Ober­flä­chen­was­ser ver­sorgt wer­den, zu dem auch Wild­vö­gel Zugang haben. Fut­ter und Ein­streu sind so zu lagern, dass sie für Wild­vö­gel unzu­gäng­lich sind. Per­so­nen, die Geflü­gel­stäl­le betre­ten, soll­ten dies nur mit sau­be­ren Stie­feln oder Über­schu­hen tun.

Die Empfehlungen

  • Tier­hal­ter, die erhöh­ten Tier­ver­lust oder kli­ni­sche Anzei­chen auf Geflü­gel­pest fest­stel­len, soll­ten die Ursa­che tier­ärzt­lich abklären. 
  • Eine Unter­su­chung kann eine Infek­ti­on mit Geflü­gel­pest­vi­ren aus­schlie­ßen bezie­hungs­wei­se einen Ver­dacht wei­ter verfolgen. 
  • Mög­li­che Anzei­chen einer Erkran­kung des Geflü­gels kön­nen Appe­tit­lo­sig­keit, Teil­nahms­lo­sig­keit, Durch­fall, zen­tral ner­vö­se Stö­rung (Tau­meln und Schwan­ken) oder Atem­not sein. 
  • Stel­len Hal­ter Anzei­chen der Geflü­gel­pest bei ihren Tie­ren fest, müs­sen sie die­se dem Kreis­ve­te­ri­när­amt melden.

Auch die Bür­ger kön­nen Fun­de von ver­en­de­ten wild­le­ben­den Was­ser­vö­geln sowie Greif‑, Eulen- und Raben­vö­geln dem Vete­ri­när­amt mel­den.
Das geht per E‑Mail unter vetlmue@kreis-lippe.de oder tele­fo­nisch unter (05231) 622171.

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