
Kunden der Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter sollten dringend mal prüfen, ob sie mit der seinerzeit zwangsweise verordneten PushTAN-App der Sparkasse noch arbeiten können. Bei etlichen Nutzern von Handys verschiedener Hersteller ist die App jüngst unbenutzbar geworden, da sich die Tastatur nach einem Update der Anwendung vom 16. September unter die Navigationsleiste legt. Mancher hat das vielleicht noch gar nicht gemerkt. So sind Tasten zur Umschaltung auf Zahlen und Sonderzeichen nicht mehr erreichbar. Man könnte nurmehr Buchstaben eingeben. Aber wer benutzt schon Passwörter nur aus Buchstaben? Nur Trottel.

Apropos Trottel: Wie man im Google Playstore bei den Kommentaren nachlesen kann, hat die »Star Finanz GmbH«, offenbar ein IT-Dienstleister, der das Dingen im Auftrag der Sparkassen haftungsbegrenzt zusammenklöppelt, durchaus Kenntnis von den Problemen, entscheidet sich aber, sie zu ignorieren. Weitere Fehlermeldungen auch hier.
Vielen Dank für Ihr Feedback. Uns ist bewusst, dass die Tastaturumstellung ungewohnt sein kann. Sie dient jedoch Ihrer Sicherheit, um sensible Daten bestmöglich zu schützen. Mit der Systemtastatur funktioniert alles wieder einwandfrei.
Nein, tut es nicht. Der schwerwiegende Bug hat mit etwaiger Nutzung anderer Tastaturen – wofür es sehr gute Gründe gibt -, nichts zu tun. Datenschutz ist immerhin gewährleistet. Das stimmt. Man kann ja gar nichts Sinnvolles eingeben. Also auch keine sensiblen Daten. Insofern volle Punktzahl.

Beim örtlichen Sparkassenberater bekommt man sogar zu hören, es habe gar kein Update gegeben. Auf seinem Handy funktioniere auch alles. Sieh mal an. Das ist schön. Leider völlig irrelevant.
Dummerweise besteht auch die Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter darauf, sich als Kunde beim Login zum Online-Banking ebenfalls per PushTAN zu authentifizieren. Da das – siehe oben – nicht geht, ist der Kunde vom digitalen Zugang zu seinem Konto ausgeschlossen. Doppelt sogar. Die Nutzung anderer Finanzsoftware etwa für Überweisungen geht aus demselben Grund in die Hose. Nebenbei: Jede PushTAN kostet Geld.
Das bedeutet im Ergebnis: Die »Star Finanz GmbH« sperrt Sparkassen-Kunden bewusst aus.[1]Die Star Finanz mit Sitz in Hamburg und einer Zweigniederlassung in Hannover wurde 1997 gegründet und ist seit dem 01. August 2010 eine 100%ige Tochter der Finanz Informatik GmbH & Co. KG, … Weiterlesen …
Der Pivit zieht aus den leider auch selbst gemachten Erfahrungen den Schluss: Wenn ich sie nicht nutzen kann, brauche ich diese Sparkasse nicht mehr. Daran ändern selbst um die 60 Jahre als Kunde nichts. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Und gute (lies: bessere) Konditionen. Und funktionierende Apps.
So ein Konto- bzw. Institutswechsel ist ja heutzutage zum Glück keine große Sache mehr. Da bin ich wieder fein mit der Digitalisierung. Schöne neue Welt.
Update 13. Oktober: Wie der Pivit aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, ist im Stage Rollout für den 15. Oktober ein Bugfix der App angekündigt. Schau’n wir mal.
Update 17. Oktober: Da tut sich leider gar nichts.
Update 20. Oktober: Kein Update, kein Bugfix, keine Lösung. Aber neue künftige Ex-Kunden der Sparkasse(n) – s. Screenshot aus dem Google Play Store.

Anmerkungen
| ↑1 | Die Star Finanz mit Sitz in Hamburg und einer Zweigniederlassung in Hannover wurde 1997 gegründet und ist seit dem 01. August 2010 eine 100%ige Tochter der Finanz Informatik GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, dem IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe. |
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