Zettelspieß

Firlefanz und Widersinn

Ein bisschen TikTok geht immer

Sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung von Füh­rungs­ver­mö­gen, Ver­ant­wor­tung, vor­aus­schau­en­der Kom­pe­tenz und Koope­ra­ti­ons­be­reit­schaft in der amtie­ren­den schwarz-roten Bundesregierung.

Ja, also die­ses Ple­num da im Reichs­tag, von die­sen Poli­ti­ke­rIn­nen in der gro­ßen Stadt am Frei­tag. Sagen wir mal: Es gab schon bes­se­re Sati­re­sen­dun­gen im deut­schen Fern­se­hen. Das liegt zwei­fel­los auch dar­an, dass es kaum noch gute Red­ner gibt, lie­be Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen. Alles schleppt sich so saft- und kraft­los dahin.

Wäre da nicht die­ses lin­ke Tik­Tok-Tat­too­model, das wenigs­tens ab und zu mal für ein biss­chen Stim­mung sorgt, es herrsch­te tote Hose auf gan­zer Linie. Gähn.

Nun gut, der Möch­te­gern­kanz­ler hat sei­ne Mehr­heit – knapp – bekom­men. Trotz des gan­zen Tam­tams zuvor. War das ein Erfolg für ihn und sei­ne Frak­ti­ons­scher­gen, den eige­nen und den ande­ren? Wohl kaum. Eine Atem­pau­se, mehr nicht.

Das beschlos­se­ne Ren­ten­pa­ket ist weder inhalt­lich ein gro­ßer Wurf, noch wird es lan­ge Bestand haben. Viel­leicht noch kür­zer als ohne­hin gedacht, falls es die soge­nann­te Koali­ti­on schon frü­her zer­reißt – was durch­aus wahr­schein­lich ist. Dann darf sich die lebens­mü­de SPD mal in der ein­stel­li­gen Reha­zo­ne erho­len und sich per­so­nell erneu­ern. Kann ihr ja nur gut tun.

Schielen da manche schon auf Rot-Rot+X?

An der ungüns­ti­gen Ver­laufs­pro­gno­se kann auf Dau­er auch die undank­bar (schon zum zwei­ten Mal) ange­nom­me­ne Schüt­zen­hil­fe von links nichts ändern. »Bullshit«-Bärbel Bas immer­hin schien sie sehr will­kom­men. Sie lächel­te erho­be­nen Kinns bei­fäl­lig und zufrie­den zur lin­ken Sei­te hin­über. Klas­sen­kämp­fe­rIn­nen ver­ste­hen ein­an­der, so scheint es. 

Kri­tik aus beru­fe­nem Mun­de gibt es reich­lich an dem Paket, das aus Sicht der Jün­ge­ren und von Wirt­schafts­wei­sen eher eine Paket­bom­be dar­stel­len dürf­te. Aber das gilt ja auch für die zahl­rei­chen »Son­der­ver­mö­gen« – lies: Mega-Schul­den-Pake­te -, die auf das eh schon über­zo­ge­ne Kon­to die­ser glor­rei­chen, schil­lern­den, fokus­sier­ten, grund­ver­nünf­ti­gen, lie­bens­wer­ten, sym­pa­thi­schen, boden­stän­di­gen, frie­dens­lie­ben­den – ja ja, ist ja schon gut… – Ampel-Koali­ti­on-Wie­der­gän­ger gehen. Damals noch per Zwei-Drit­tel-Mehr­heit mit Sup­port von den kra­chend geschei­ter­ten Grynen.

Und wer weiß, was da noch kom­men mag. Auch 2026 hat ja meh­re­re Jah­res­zei­ten die man mit irgend­wel­chen Ankün­di­gungs­eti­ket­ten ver­se­hen kann: Früh­jahr der Ver­nunft, Som­mer der Selbst­lie­be, Herbst der Refor­men (das wäre mal gut, oder?), Win­ter der Woll­pull­over. Und so wei­ter und so fort.

Wäh­rend­des­sen dreht sich die Welt unbe­ein­druckt im Kri­sen­mo­dus wei­ter. Und die Füh­rung die­ses Staa­tes darf sich am Kin­der­tisch dar­um strei­ten, wer das grü­ne und wer das blaue Kom­pott­schäl­chen für den Vanil­le­pud­ding haben darf.

Wie ahn­te der unver­ges­se­ne Pivit schon 2022 …

Deutsch­land ver­hebt sich, iso­liert sich, ver­zwergt sich.

Hat sich auch unter Olaf Merz nix dran geän­dert. Wie Frei­tag live mit­zu­ver­fol­gen war.

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