
Die vier deutschen Landespolizeien und deren Innenminister, die Verträge mit Palantir eingegangen sind, wirken einmal mehr ignorant gegenüber diesen ernsten Risiken, die eine Kooperation mit dem Konzern mit sich bringen: Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und nun auch Baden-Württemberg. – Constanze Kurz
So sieht’s aus.1
Deutschland und die Mega-Überwachungsmaschine »Palantir«, der feuchte Traum eines jeden Polizeistaats-Apologeten. Eine Geschichte, bei der es mit etwas Kopfschütteln nicht mehr getan ist.2 3 4

Palantir-Software, wie sie auch von deutschen Polizeien eingesetzt wird, verbindet heterogene Datenbanken und analysiert Verbindungen von Datenpunkten oder Mustern darin. Zuvor fragmentierte Daten werden also zusammengeführt. Damit werden beispielsweise Verbindungen von Menschen sichtbar oder geographische Bewegungen verfolgbar. – Constanze Kurz
Klingt extrem verlockend für jeden Ermittler. Klingt nach Glaskugel, klingt nach »Erkenne Verbechen schon im Entstehen«. Aber hat das nicht auch schwere Risiken und Nebenwirkungen für Staat und Bürger?

In Deutschland werden die mühelos erkennbaren Probleme konsequent kleingeredet oder ignoriert. In der Schweiz ist das anders. War schon immer ein Hort der Vernunft und der Bodenhaftung.
Vielleicht sollte sich auch in Deutschland die Erkenntnis durchsetzen, dass man nicht alles tun sollte, was man tun könnte. Zeit wär’s.
Die grün-schwarze Regierung in Stuttgart winkt die automatisierte polizeiliche Datenanalyse und damit den Einsatz von Software von Palantir durch. Die Grünen machten das nach einem politischen Kuhhandel zu einem Nationalpark möglich. Eine „Experimentierklausel“ im Gesetz gibt außerdem polizeiliche Datenschätze für kommerzielle Unternehmen frei. – Constanze Kurz5
Und dabei geht es nicht darum, ob man Peter Thiel oder Alex Karp oder mag oder nicht. Auch nicht darum, dass man etwa ein verkappter Terrorist wäre, wenn man von »Palantir« die Finger lassen möchte. Es geht nicht im Geringsten um Ideologie, Politik oder persönliche Präferenzen.
Palantir ist ein Unternehmen mit Sitz in den USA, bei dem die Möglichkeit besteht, dass sensible Daten durch die amerikanische Regierung und Geheimdienste eingesehen werden können. – Bericht der Schweizer Armee

Es geht ganz schnöde darum, die ureigensten nationalen Sicherheits(!)-Interessen vor ruchlosen externen Playern zu schützen. Ganz simpel. Wer das nicht zu verstehen vorgibt, ist entweder strunzdumm oder gekauft. Und gehört gefeuert. Egal ob rot, schwarz oder grün oder irgendwas dazwischen.
Das gilt für Wiesbaden, für Stuttgart, für München, für Düsseldorf und selbstredend auch für Berlin.
Oder hat man immer noch nicht kapiert, was sich gerade vor aller Augen in den USA abspielt? Das.sind.nicht.unsere.Freunde.

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